Attac Tübingen


Gegen Rohstoffraub – Kampagne wendet sich gegen Politik der EU
10.November 2011, 3:33 pm
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Schwäbisches Tagblatt, 10. November 2011

Bei einer Veranstaltung der Ortsgruppe von Medico international und von Attac Tübingen am 25.2.2011 berichtete Anne Jung von medico international über eine Kampagne gegen Rohstoffraub.

Tübingen. Deutschland ist als Exportnation besonders auf Rohstoffe angewiesen. Die Bundesregierung ist treibende Kraft der so genannten Rohstoffinitiative der EU. „Kritische Rohstoffe“ wie Coltan, das für Handys, aber auch für Waffen benötigt wird, aber auch seltene „Erden“ befinden sich hauptsächlich in Afrika und anderen Entwicklungsländern. Die EU fordert „fairen, diskriminierungsfreien Zugang“ zu diesen Rohstoffen. Faktisch werden den Ländern Verträge aufgezwungen, die alle Abbaurechte an transnationale Konzernen übertragen. Dabei wird in dem Strategiepapier der EU auch die Kürzung von Hilfsgeldern als Druckmittel genannt. Die militärische Sicherung der Zugangs zu Rohstoffen wird ebenfalls als Möglichkeit in Betracht gezogen. Die Arbeitsbedingungen sind oft menschenunwürdig, Rücksicht auf die Umwelt findet nicht statt. Im Kongo ist die Kontrolle über Abbaugebiete zur Haupttriebkraft des Bürgerkriegs geworden.

Anne Jung sprach von einer „unheiligen Allianz“ zwischen europäischen Konzernen und der Politik, die diesen keine Regeln auferlegt. Auch Aktive aus Ländern des Südens, deren Statements in einem Video gezeigt wurden, sahen im unkontrollierten Abbau von Rohstoffen keine Möglichkeit für Entwicklung, sondern eher eine Verschlechterung ihrer Situation. Daher fordert die gemeinsame Kampagne von Medico und Attac vor allen eine gerechte Gestaltung des Handels mit Rohstoffen.

Die Referentin spannte den Bogen von der interessengeleiteten Politik der EU in Bezug auf Rohstoffe, hin zur Hungerkatastrophe in Ostafrika, die sie für „absehbar“ hielt. Die Regierungen der großen Länder könnten mit Verboten der Spekulation mit Nahrungsmitteln und des Anbaus von Biokraftstoff solche Hungernöte verhindern oder zumindest stark eindämmen. In der abschließenden Diskussion ging es unter anderem um den Mangel an individuellen Handlungsalternativen, zB beim Kauf von elektrischen Geräten, aber auch um den nötigen Umbau der globalen Verhältnisse.






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